Schlagwort: Jobwechsel

Zeit für Veränderung…

Hallo Ladies (und Hallo an die zwei drei Männer 😉 ),

ich mag heute ein wenig mit euch plaudern und euch von den letzten Wochen berichten.

Diesmal geht es um Mut.
Mut neue Wege zu gehen und sich zu überwinden.
Und es geht um ganz ganz viele Gefühle.

Wer sowas nicht lesen mag, der sollte an dieser Stelle am besten direkt wieder weg klicken 😉

In den vergangenen 6 Monaten arbeitete ich nun als Verkäuferin und Schneiderin in einem Stoffladen.

TRAUMJOB, würden viele jetzt sagen.

Jupp. Irgendwie schon.

Aber irgendwie auch nicht. Nicht aber, weil der Job blöd ist oder die Kunden doof oder die Chefin unmöglich.

Nein. Eigentlich passt all das richtig gut zusammen.

Was ist dann falsch?

Bevor ich die Position dort angetreten habe, war ich über 2 Jahre in Elternzeit, habe von zuhause aus gearbeitet und hatte so viel Zeit für mein Kind, wie ich wollte.

Damals:
Tolles Wetter? Super. Komm wir gehen auf den Spielplatz oder an den See.

Heute:
Tolles Wetter? Sorry Schatz. Mama muss arbeiten.
Mama kommt abends nach hause: Monkeybabe schläft.

Obwohl ich nur eine Teilzeitstelle angenommen habe, habe ich mein Kind in den letzten Wochen an Arbeitstagen nur 1h pro Tag gesehen, denn abends schläft sie bereits und mir blieb nur unser gemeinsamer Weg in die Kita.

Viel zu wenig. Zu wenig für mich. Zu wenig für sie. Keine Kindheitserinnerung, die ich meinem Kind wünsche, denn meine sieht ähnlich aus.

Eltern, die nie zu hause sind, weil sie irgendwie das Geld für ihre drei Kids und das Haus verdienen mussten.

Nein das will und kann ich nicht.

Traurigkeit machte sich immer mehr breit. Mit schmerzendem Herz ging es zur Arbeit und jeden Tag war ich begleitet vom Bild eines weinenden Kindes, was nicht möchte, dass Mama heute zur Arbeit geht.

Mir ging es nicht mehr gut und ich war auf Arbeit nicht mehr ganz bei der Sache, wollte immer nur nach Hause und freute mich morgens schon ungemein auf den Feierabend.

Nie hätte ich gedacht, dass man als berufstätige Mama mit solchen Gefühlen kämpfen muss.
Sieht es doch irgendwie immer alles so einfach aus bei all den anderen.

Diese Situation hat sich nun in Luft aufgelöst.
Ich weiß nicht, ob ich es Schicksal nennen soll, Zufall oder einfach Glück.

Ich habe unerwartet und sooo überraschend ein Jobangebot bekommen, womit ich im Leben nie gerechnet hätte. Darauf gehofft sicherlich unbewusst schon sehr sehr lange, aber es nur auch mal in Erwägung gezogen, es könne dazu kommen: Unvorstellbar.

Dieses Angebot bot mir die Chance, zukünftig wieder von zuhause aus zu arbeiten. Das zu tun, was ich liebe und wofür ich so wenig Zeit fand in den letzten Wochen und Monaten.

Es würde mir nicht nur beruflich meine Wünsche erfüllen, sondern auch für die Familie ein Schritt in eine Unabhängigkeit bedeuten.
Unabhängig sein von Ladenöffnungs- oder Bürozeiten.
Unabhängig sein von Kitaschließzeiten oder Ferien.

Die positiven Aspekte des Angebots wurden mit jeder Minute, die wir (ja in unserer Familie denken wir im WIR) darüber nachdachten deutlicher und umfassender.
Jetzt könnten wir Hundert und mehr Gründe FÜR den neuen Job aufzählen.

Und doch musste ich in mich gehen und mich fragen, ob ich das kann. Ob ich das will.
Bin ich gut genug? Was wenn ich versage? Was wenn ich nachher doch nicht das leiste, was man hofft und gekündigt werde?
Jetzt hab ich einen sicherer Job, aber dann? Wird das alles wirklich so positiv, wie ich mir das vorstelle?

Wisst ihr, ich hab mich bestimmt mehr als zwei Wochen gequält und alles von A bis Z abgewägt, mich und den Italiener fast wahnsinnig gemacht mit all den Fragen.

“Warum immer diese Selbstzweifel” fragte der Italiener. “Warum bist du nicht einfach mutig und versuchst es?”

Ja warum eigentlich nicht? Warum nehmen wir eine offensichtlich gute Chance nicht einfach direkt in die Hand und freuen uns, sondern müssen stattdessen erstmal jeden kleinsten Aspekt genau untersuchen?

Weil wir Mamas sind. Und als Mama hat man Verantwortung. Stimmt.

Aber als Mama hat man in erster Linie Verantwortung gegenüber sich selbst. Man selbst muss glücklich sein, glücklich zur Arbeit gehen und glücklich nach Hause kommen.
Nur so kann man seine Jobs gut machen; den Job als Angestellte und den Job als Mutter.

Ich habe meinen Job jedenfalls nicht mehr zu 100% gemacht, war nicht mehr so richtig bei der Sache. Zu oft mit den Gedanken woanders.

Jetzt, wo ich den mutigen Schritt gehe und etwas ganz neues anfange, fühle ich mich frei.

Ich fühle mich genau da angekommen, wo mein innerster Wunsch immer hin wollte.

Die Entscheidung dahin und die Durchsetzung der Kündigung waren nicht leicht, kosteten viel Überwindung, aber sie waren genau das, was mein Herz mir sagte und was mich jetzt sooo unglaublich glücklich macht.

Ich kann nur jedem von euch raten, sich immer dafür zu entscheiden, was euer Herz euch rät.

Es sind nicht das Geld oder die besten Kollegen, die die Arbeit zu dem machen, was es sein sollte.

Es sind die Gefühle die einen auf Arbeit begleiten und die sollten sich immer richtig anfühlen.

Ich bin stolz auf meine mutige Entscheidung, stolz auf meinen neuen Job, auf die Möglichkeiten mit der Familie, die Persepektiven im Beruf und die Aufgabe, die mich zukünftig erwartet.

Ich bin stolz die Möglichkeit ergriffen zu haben und nicht aus Selbstzweifeln gekniffen zu haben.

Jetzt genießen wir nach 6 Monaten ohne viel Mama – Monkey Zeit drei Wochen Urlaub und danach gehts hochmotiviert und gestärkt in eine neue Zukunft. <3

Bei all denen, die an dieser Stelle hoffen, dass sich ich hier nun auch verkünde, für wen oder was ich zukünftig arbeiten werde, muss ich mich entschuldigen.
Diesmal werde ich aus diversen Gründen nicht verraten, was meine neue Arbeit sein wird.
Das mach ich diesmal aus reinem Selbstschutz, da ich weiß, dass es immer wieder welche gibt, die einem sowas nicht gönnen und zu bösen Giftspritzen motieren 😉

An alle anderen sei gesagt: Traut euch und geht euren Weg, egal wie dieser aussieht, egal, wer sich euch in den Weg stellen möchte. Ihr seid die Macher!!!

Geht mit einem guten Gewissen zur Arbeit und nicht weil ihr wisst, er fährt die Brötchen heim.
Ein Job muss Spaß machen, aber ihr müsst ihn auch mit einem reinen Gewissen erledigen.

Zeit für euch und eure Familie gibt euch nie jemand zurück und ich spreche aus eigener Erfahrung, wenn ich euch sage, dass sich euer Kind auch als Erwachsener noch daran erinnert, dass ihr nur selten da wart!
Und ein paar schöne Wochenenden im Jahr reißen keine verpassten Wochen wieder raus.

Mit Ganz viel Liebe

EURE P L

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