Warum du deine Kooperationspartner gewissenhaft auswählen solltest

Hallo! 

Choose your partners wisly! Nein, ich spreche heute nicht wieder über Liebe oder Sex, sondern heute geht es um Kooperationspartner. Influencermarketing ist mittlerweile eine eigene Branche für sich und jedes noch so kleine Unternehmen hat entdeckt, dass sich mit Instagram-Stars, Bloggern oder Youtubern ordentlich Werbung und somit die eigenen Produkte an den Mann (oder die Frau) bringen lässt.
Posteingänge schwappen über vor lauter Kooperationsanfragen und kleine und große Influencer sind oft höchst erfreut, über die Anfragen, die sie erreichen. Ist man klein oder noch am Anfang seiner Blogger Karriere, lebt man davon oder möchte sein Portfolio ordentlich aufhübschen, werden Kooperation oft sehr schnell und ziemlich unbedacht eingegangen. Heute möchte ich dich allerdings davor warnen und dir ein paar wertvolle Tipps zur richtigen Auswahl deiner Kooperationspartner geben.
Bist du kein Influencer, sondern „nur“ begeisterter Blogleser oder Instagramnutzer, wird der Beitrag auch für dich sehr interessant sein. Versprochen!

Einem verlockendem Angebot ist schneller zugestimmt, als sich der einzelne Influencer tatsächlich mit der Marke, die ihn da anfragt, beschäftigt hat. Zu sehr ruft das „schnelle“ Geld oder das coole Trendprodukt, was jetzt jeder hat oder vielleicht noch niemand und man könnte tatsächlich mal der Vorreiter sein. Coole Uhren, fancy Foodneuheiten, Beauty- und Kosmetikprodukte, kleine Geräte und andere Lifestyleprodukte lassen sich easy über Social Media Kanäle bewerben und sind dazu auch gleich so fotogen, dass echte Influencer sie auch am liebsten immer „ganz natürlich“ vor sich in großer Masse drappieren.
Aber wie seriös sind die meisten Anfragen wirklich? Was steht hinter der Marke? Dem Produkt? Wie viel Gehalt hat das beworbene Produkt und inwiefern passt es zu mir und meinem Blog? Zu meinen Lesern?
Kann ich das ohne Zweifel weiterempfehlen oder sollte ich es lieber intensiv und über längeren Zeitraum testen? Bin ich überhaupt in der Lage, die Wirkung(Beauty/Fitness) ordentlich einschätzen zu können oder fehlt mir dazu schlicht und einfach auch das Wissen und ich würde stur die Werbeslogan nachplappern?
Mit dem ein oder anderen Kooperationspartner kann man sich ordentlich in die Nesseln setzen, sei es durch Hate, den man sich auf den Blog zieht, durch ungünstige Konditionen für einen selbst oder jeder Menge Ärger durch Unzuverlässigkeit oder mangelnder Kompetenz der anderen Partei.

Seit einiger Zeit trudeln auch bei mir die Anfragen immer häufiger ein und es zeigt sich, dass auch kleinere Blogs durchaus für Unternehmen interessant sein können und diese oftmals vielleicht sogar den größeren Mehrwert für ein Unternehmen bieten.

Der Vorteil für die Unternehmen?
Bei kleineren Blogs ist die Authentizität meist noch eine andere, als bei den ganz großen, die eine Werbekampagne nach der anderen posten. Ihre Bindung zu den Followern ist ein andere – vertrauter, enger und aufrichtiger. Schlichtweg, weil die kleine Menge leichter überschaubar ist, als die große Masse.
Kleinere Blogger und Influencer lassen sich gerne und schneller zu Kooperationen überreden, da sie noch unerfahrener sind oder eben ihren Pool an Kooperationen erst noch aufbauen müssen und wie die großen Fische im Teich mit schwimmen wollen. Man investiert wenig und bekommt relativ viel dafür geboten.

Nachteil für die Influencer?
Im Gegensatz zu großen Blogs haben kleinere Blogger noch etwas mehr Zeit sich mit Produkten ernsthaft auseinanderzusetzen und so kommen meist (nicht immer, denn letztlich hängt es immer vom Blogger/Influencer selbst ab) wesentlich detailliertere und gehaltvollere Beiträge bei rum.
Oftmals wird man allerdings für genau diese intensive Arbeit weit unter Wert bezahlt, da die Unternehmen sich auf die Followerzahlen der Social Medias beziehen, tatsächliche Blogreichweite nur mit ausführlichen Statistiken möglich ist und man wird trotzdem ordentlich geknebelt mit jeder Menge Anforderungen bzw. Leistungen, die die Kooperationen enthalten soll.

Weißt du eigentlich, wie du einen guten von einem schlechten Kooperationspartner unterscheidest?
Beschäftigst du dich ausführlich mit der Anfrage oder liest du nur den Markennamen und was dir angeboten wird?

Aus Follower Sicht: Kaufst du blind, was dir von Influencern empfohlen wird oder hakst du nach und recherchierst bzw. informierst dich über das entsprechende Produkt?

Gerade im Beauty-, Fitness- und Modebereich lassen wir uns sehr schnell von schönen Bildern, Werbeversprechungen und dem Design blenden, sodass wir als Influencer und Kunden übereilt ja sagen, ohne uns vielleicht wirklich näher mit der Marke oder dem Produkt beschäftigt zu haben.
Immer häufiger sehe ich Kooperationen (vor allem im Beauty Segment) bei denen ich nur sehr verwundert die Stirn runzeln kann und bei denen ich an der Glaubwürdigkeit der betreffenden Personen zweifle.
Da ich früher selbst in der Branche gearbeitet habe, sind mir gerade in diesem Segment einige Kooperationen sehr suspekt und ich muss manche Posts dann leider arg belächeln, wenn ich lese, wie artig die Produktbeschreibungen kopiert und die eigene Erfahrung mit den Pflegeprodukten außer Acht gelassen wird.

Ich habe mich vor 7 Jahren ganz bewusst gegen diese Branche entscheiden, denn ich habe es gehasst, immer unter dem Druck stehen zu müssen, meinen Kunden irgendwelche,teilweise überteuerten Produkte anzudrehen, von denen ich genau wusste, dass sie so viel Mist enthalten.
Aber Umsatz erzielt sich eben nur durch Verkauf.
Gerade im letzten Jahr habe ich gehäuft Anfragen von Firmen erhalten, dessen Produkte ich nie und nimmer an dich empfehlen würde, weil sie entweder Versprechen machen, denen ich aus fachlicher Sicht klar entgegnen muss und das somit gegen die Ehre meines Handwerks geht oder bei denen ich sogar gesundheitliche Risiken sehe.

Ich habe mit der Zeit gelernt, Nein zu sagen, mich mit den Marken, ihren Produkten, aber auch mit ihren Kernbotschaften und ihren Firmenphilosophien zu beschäftigen, weshalb eine Marke wie Abercrombie & Fitch Dank Aussagen wie
In jeder Schule gibt es coole und gut aussehende Kinder und solche, die nicht so cool sind. Wir sind ganz offen hinter den Coolen her. Wir wollen das attraktive All-American-Kid, das gut drauf ist und viele Freunde hat. Eine Menge Leute haben in unseren Klamotten nichts verloren, und das ist auch gut so. Schließen wir Leute aus? Aber sicher.“ niemals in Frage käme.

Ob als kleiner popliger Miniinfluencer oder als großer Hai im Becken:
Ich habe Verantwortung für mein Handeln in der Öffentlichkeit und ein Stück weit liegt meine Verantwortung mit Sicherheit auch darin, mich vor einem übereiltem „Jubelschrei“ mit der Marke und dessen Produkt auseinanderzusetzen.

Niemand wird dir die Nachteile seines Produktes auf einem Silbertablett servieren, wenn er dir eine Kooperationsanfrage schickt.
Niemand wird dir schreiben: „Hey unser Tee klingt cool, schmeckt gut, aber eigentlich bringt er gar nichts“.
Auch wird dir niemand schreiben: „Unser Produkt ist eigentlich nur die ziemlich billige Kopie eines innovativen Produktes und wenn du unser Produkt bewirbst, bewirbst du etwas, was gegen Patentrechte verstößt, geil oder?!“
Und ganz gewiss schreibt dir niemand: „Unser Produkt hält gesundheitliche Risiken bereit und sollte nicht ohne Bedenken eingenommen oder verwendet werden.“

Alle schreiben aber, wie cool, neu und trendy ihr Produkt ist, wie dringend du es brauchst und wie viel dringender deine Community es braucht.
Im Idealfall gaukelt dir betreffende Person mit 0815 Sätzen vor, wie sehr sie deinen Blog lieben und wie cool sie deinen Instagram Account finden und dich aus so vielen extra raus gepickt haben, weil du für sie die beste Markenpräsenz hast. Und schwupp bist du im Netz.

Eines wird aber über kurz oder lang passieren: Deine Community wird es dir übel nehmen, dass du versuchst ihnen jeden Mist anzudrehen und von einer Kooperation zur nächsten springst ohne dich mit den Produkten tatsächlich zu befassen.

Um zu den ehrlichen Bloggern zu gehören, die authentisch sind und das nicht nur in der Kennzeichnung deiner werbenden Beiträge, sondern auch mit den Produkten für die du dich hergibst, folgt nun ein kleiner Leitfaden, wie du die guten Kooperationen ins Blögchen und die schlechten ins Kröpfchen sortierst.
(Für Blogleser und Follower stehen weiter unten ebenfalls ein paar Tipps, wie du dir wirklich wertvolle Produktempfehlungen filtern kannst)

1. Lies dir die Mailanfrage mehrfach durch! 

Yeah eine neue Kooperationsanfrage in deinem Postfach. Klingt erstmal alles ganz toll.
ABER
Du wirst es kennen: Desto öfter man etwas liest, desto mehr fällt einem auf.
Steht dort dein Name? Wird auf deinen Content Bezug genommen oder bist du nur das letzte Häkchen einer Massenmail?
Was auf den ersten Blick verlockend klingt, weil du nur die coole Marke, kostenloses Produkt und vielleicht einen Preis liest, kann sich nach hinten raus, als teilweise sehr dreiste Anfrage entpuppen. Beachte also:
⇒ Was wird dir geboten und was sollst du dafür tatsächlich leisten?
⇒ Steht das Ganze auch in einem für dich akzeptablen Verhältnis?
⇒ Sind die Anforderungen für dich überhaupt umsetzbar (Zeit, Technik etc.)
⇒ Gehen die Anforderungen auch mit unseren Gesetzen konform (Kennzeichnung von Werbung etc.) ?

Anfragen, die direkt einige nette ToDo´s enthalten wie NICHTkennzeichnung als Werbung oder DoFollow der Links, solltest du am besten direkt aussortieren.
Lass dir von keiner Firma einreden, dass es schon okay ist, wenn du die Beiträge nicht als Kooperation, also Werbung kennzeichnest. Poche darauf, dass du dich gerne an die geltenden Gesetze halten möchtest und sei ein ehrlicher Influencer.

2. Befasse dich mit der Marke, dem Produkt oder der Kampagne, für die du werben sollst!

⇒Für was steht die Marke?
⇒Wie tritt die Marke im Netz auf?
⇒Wie steht es um ihre Firmenphilosophie und Herstellungsbedingungen?
Möchtest du für eine Firma werben, die eine fragwürdige Philosophie fährt und was sich mit deiner üblichen Haltung widerspricht, nur weil sie dir ein cooles Shirt und 200€ anbietet?
⇒ Um was für ein Produkt handelt es sich tatsächlich? Google ein bisschen, bevor du lauthals hier schreist.

Dir wird ein innovatives Produkt vorgestellt, welches du bewerben sollst und welches über eine einzigartige, neuartige Technologie oder Zutaten verfügt? Super!
Befrage trotzdem Google!

Setze dich mit der Marke intensiv auseinander, bevor du für sie werben möchtest. Bedenke, dass deine Follower dir auch in Zukunft noch vertrauen wollen und du schlechte Kritiken nur dann von deinen Kanälen fern hältst, wenn du guten und ehrlichen Content bringst und deine Follower nicht enttäuscht.
Nun kann man sich damit entschuldigen, dass man als ahnungsloser Kunde ja nicht immer alles wissen kann, aber wer sich als Werbegesicht für eine Firma hergeben möchte, der sollte sich bestimmte Fragen einfach stellen und der sollte gerade, wenn es heißt innovativ, neuartig und einzigartig seine Verantwortung in die Hand nehmen und die ein oder andere Info über den Wahrheitsgehalt von bestimmten Werbeaussagen prüfen.
Plagiate oder Produkte mit Patentsrechtsverletzungen bewerben ist ziemlich uncool! Isn`t it?!

Auch willst du sicher keinen Müll bewerben oder?

Nur weil „Gesund“ drauf steht, muss etwas nicht gesund sein.

Wenn du das Produkt, die Zutaten oder Hintergründe nicht verstehst, frag nach! Warte auf kompetente Antworten und lass dich nicht mit allegmeinen Werbeaussagen abspeisen, schließlich könnten deine Follower dich ebenso mit spannenden Fragen zu dem Produkt überrumpeln und als guter Influencer möchtest du diese auch beantworten können!

Nicht jedes Produkt ist wirklich so toll, nur weil es gerade so viele haben und posten.
Immer noch kennzeichnen nicht alle ihre Werbung und es gibt genug Firmen, die nicht wollen, dass man die Artikel als Werbung deklariert und sehr wahrscheinlich bist du nur eine Person von sehr vielen, die gerade für solche Koops angefragt wird.
Entsprechend trendy und cool kann so ein Produkt erstmal wirken.
Das Quantität nichts über Qualität aussagt, müssen wir aber sicherlich nicht mehr weiter diskutieren.
Also Augen auf und die Kooperation erstmal kritisch unter die Lupe nehmen.

3. Entscheide dich, ob die Kooperation wirklich zu dir bzw. dein Blog passt!

⇒Wie passt die Marke zu deinem Blog und kannst du die Kooperation eigentlich überzeugend in deinem sonstigen Content integrieren?
⇒Ist das Produkt nur für dich interessant oder tatsächlich auch für deine Leser?
Die Kooperation sollte auch zu deinen sonstigen Inhalten Bezug haben, denn schließlich kommen deine Follower genau aus diesem Grund zu dir. Als Foodblogger plötzlich Schuhcremes zu bewerben, verschreckt deine Leser vielleicht eher.

⇒Wurde dieses Produkt schon 100 000 fach von anderen beworben (Beispiel Daniel Wellington) und du kannst eigentlich nur noch starr in die Kamera halten?
Oder ist das Produkt noch nicht ganz so abgegrast und du kannst deinen Followern tatsächlich auch noch einen Mehrwert mit deinem Beitrag bieten und damit sogar langfristig dein Ranking verbessern, weil ausgerechnet dein Beitrag der Anlaufpunkt für dieses Produkt werden könnte?
Merke: Was alle anderen machen, muss noch lange nicht heißen, dass sie es gut machen!

⇒ Hast du Ahnung von dem, was du da bewirbst?
Wie oben schon angedeutet: Nichts ist peinlicher, als über Sachen zu sprechen, von denen man keine Ahnung hat und bei denen man nur mit gefährlichem Halbwissen um sich wirft.
Mag sein, dass die meisten Produkte weder ein Studium, noch eine spezielle Ausbildung voraussetzen, aber man sollte vielleicht schon etwas von dem verstehen, über was man da berichtet und so sollte ich zB. nicht ohne die kompetente Unterstützung meines guten Freundes über Fitness reden und andere sollten dafür nicht über bestimmte Beautyprodukte oder Technik reden, wenn sie eigentlich nur so viel wissen, wie auf dem Beipackzettel steht.

Ich weiß für mich ganz klar, wo meine Grenzen liegen und wo ich genug Wissen vorweisen kann, bzw. weiß mich ausreichend mit Dingen zu beschäftigen und mich zu informieren, bevor ich sinnlose Beiträge verfasse, in denen ich Unwahrheiten oder nur stumpf die Werbeaussagen der Firma wiedergeben kann.

4. Ist die Umsetzung der Kooperation realistisch? 

Nicht selten bekommt man Anfragen, bei denen Produkte in einem Zeitraum vorgestellt und getestet werden sollen, der für einen aussagekräftigen Blogbeitrag schlichtweg zu kurz ist.
Gerade im Beauty/Lifestyle Segment muss man sich einfach einige Wochen Zeit nehmen, bevor man die Wirkung eines Produktes wirklich einschätzen kann!
Genauso solltest du auch bei Elektronik oder anderen Lifestyle Produkten die Möglichkeit haben, dass Produkt wirklich ausführlich testen zu können.
Von 3x an und aus kennst du die Funktionen eines Gerätes nicht und dementsprechend wird wohl dein Beitrag eher karg an Informationen ausfallen.
Vielleicht hast du in diesem Falle ja aber „Glück“ und die Firma setzt dir schon die richtigen Texte mit entsprechenden Informationen vor und du musst das Ganze nur noch ansprechend in dein übliches Layout packen.
Ganz oft sehe ich Beauty, Fitness- oder Lifestyle Blogger, die Produkte bewerben, von denen sie ganz offensichtlich keine Ahnung haben und dem zur Folge, kommt in den Beiträgen nichts weiter vor, als stumpfer Werbetext, den sich der Leser hätte auch von der Website der Marke ziehen können.

Fazit: 

Um langfristig ernst genommen zu werden, dein Blog und dein Gewissen dauerhaft im Reinen zu wissen, solltest du dich hin und wieder etwas mehr mit dem beschäftigen, was du bewerben willst und dir ernsthafte Gedanken darüber machen, was du dir als Kunde für ehrliche Rezensionen über ein Produkt wünschen würdest, bevor du es für teures Geld kaufst.
Nicht jeder durch eine Kooperation verdiente Euro zahlt sich nach hinten wirklich für dich aus.

Wie eingangs versprochen, möchte ich natürlich auch dem „normalen“ Leser die Möglichkeit geben, die Kooperationen von Influencern nach guten und schlechten filtern zu können und so davor zu bewahren, Sachen blind nachzukaufen, die man nicht braucht, nicht will, die einem nichts nützen und vielleicht sogar schaden können.
Ich habe hier ein paar einfache Fragen zusammengestellt, die du dir immer wieder ins Gedächtnis zurückholen kannst, wenn du mal wieder auf eine Werbung von Influencern triffst.

1. Passt die Kooperation zum sonstigen Inhalt und dem Influencer?

⇒ Worüber bloggt der Influencer für üblich?
Handelt es sich um eine Kooperation, die auch in den regelmäßigen Content der Person passt, sodass du davon ausgehen kannst, dass sie vielleicht nicht nur des schnellen Geldes wegen ja gesagt hat und das die Marke sich diese Person bewusst gewählt hat, weil sie vielleicht Ahnung in diesem Segment mitbringt?

2. Wie wird das Produkt präsentiert?

Weniger ist mehr? Nicht bei einem werbenden Blogbeitrag, wie ich finde.
Ich persönlich möchte bereits aus dem Beitrag heraus lesen, wie viel Zeit die werbende Person sich mit dieser Kooperation gelassen hat und ob hier etwas in 5 Minuten herunter geleiert oder in mehrstündiger Session erarbeitet wurde.
Klar bedarf nicht jede Kooperationen einen großen Aufwand, aber Produkte einfach nur hübsch drapieren und in die Kamera  lächeln zeugt für mich nicht von authentischem Berichten und Informieren.

3. Wie viele Informationen kannst du aus dem Beitrag für dich ziehen?

Das schließt direkt an Punkt 2 an, denn wird sich nicht viel Zeit mit der Berichterstattung, dem Test oder sonst was gelassen, wird sich wohl auch nicht viel an Information in dem Beitrag finden.
Lesen sich die Informationen eher wie eine kurze Anleitung á la “ für 3 Minuten in der Mikrowelle erwärmen, umrühren und genießen“, kannst du schwer davon ausgehen, dass Blogger XY wahrscheinlich nicht mal in Berührung mit dem beworbenen Produkt gekommen ist.

4. Wie gut sind diese Informationen?

Vertraue nicht darauf, dass jeder Ahnung hat von dem, was er da erzählt. Mit ein bisschen nachforschen stellt man schnell fest, ob jemand nur Texte der Brand Website kopiert hat oder ob der Blogger sich ernsthaft mit dem Produkt auseinander gesetzt hat und sachliche Informationen einfließen lässt.
Beispielsweise solltest vielleicht gerade bei sehr spezifischen Produkten im Fitness- oder Beautybereich lieber nochmal nachhaken, dich selbst belesen und das Produkt hinterfragen.

Lass dich nicht von allgemeinen Aussagen ohne echten Mehrwert überzeugen, ein teures Produkt zu kaufen. Informiere dich selbst via Google oder befrage andere Blogger / Fachleute aus diesem Segment, wenn du dir unsicher bist.
Für welchen Blödsinn zB. via Fitnessblogger Werbung gemacht wird, kannst du in diesem Blogbeitrag nachlesen:
7 ünnötige – schwachsinnige Supplements

5. Wie lange wurde das Produkt getestet?

Hier spiele ich mal wieder etwas Fachwissen ein:
Die Haut braucht zB. etwa 4-6 Wochen, ehe sich erste tatsächliche und aussagekräftige Angaben über die Wirksamkeit eines Produktes machen lassen.
Alles darunter ist meist Schwachsinn und nur ein oberflächlicher Eindruck der entsteht, weil das Produkt reich an Silikonen oder ähnlichem ist, was sich wie ein seidiger Film auf die Haut legt und den Eindruck von Straffheit und zarter Haut vermittelt, aber mit tatsächlicher Pflege oftmals nicht viel gemein hat.

Bei den Haaren verhält es sich ähnlich.
Es ist ja ganz toll, dass sich die Haare nach dem Shamponieren schön anfassen und leicht kämmen lassen, aber deshalb macht es die Haare nicht gleich gesünder oder repariert Schäden.
Dies lässt sich ebenfalls erst nach mehrwöchigen Anwendungen feststellen und das in der Regel eigentlich sogar nur durch Fachpersonal!
Produkte die übrigens einen Soforteffekt versprechen, wirfst du bitte in die Mülltonne. Sofort! 
(in einem späteren Beitrag zu den größten Beauty Lügen erkläre ich dir ausführlich warum!) 

Wenn du also nicht den Eindruck gewinnst, dass Blogger XY von einem langen Testen spricht und dir schlüssig über die Veränderungen berichten kann, dann lass einfach die Finger davon oder informiere dich nochmal woanders etwas intensiver über das Produkt.

6. Gibt es eine eigene Meinung zum Produkt?

Neben den ausführlichen Infos über ein Produkt ist auch die eigene Meinung nicht verkehrt und diese sollte nicht zu oberflächlich ausfallen.

7. Worauf basiert diese Meinung?

Woher zieht Blogger XY seine Meinung? Aus Fachkenntnissen?
Aus Vermutungen oder eines intensiven Testens? Wieso der Blogger seine Meinung über das entsprechende Produkt hat, sollte sich nicht aus dem Gewinn, den er aus dieser Kooperation erlangt ableiten, sondern aus seiner tatsächlichen, ehrlichen und authentischen Einschätzung.

Hol dir zukünftig einige dieser Fragen ins Gedächtnis zurück, bevor du voreilig vollkommen überteuerte Produkte nachkaufst.

In einem weiteren Blogbeitrag werde ich noch detaillierter auf Kooperationsanfragen eingehen und eine Gegenüberstellung aus Marken- und Influencer Sicht machen und dir erklären, wie du eine richtige, vollständige Kooperationsanfrage (Pitch) erstellst, die dich der Marke garantiert näher bringt.
Auch werde ich dir darin die DOs and DONTs beider Seiten erklären, denn nicht nur wir Influencer können in unseren Anfragen einiges falsch machen, sondern auch die Unternehmen. Da ich auf beiden Seiten agiere, erkläre ich dir, wie beide es richtig machen können und wie du einem schlechten Kooperationspartner angemessen über seine falschen Handlungen aufklären kannst. 🙂

Ich hoffe, der Beitrag hat dir gefallen, war informativ und hilfreich.
Wenn ja, würde ich mich über den Feedback, ein Däumchen oder Herz freuen und gerne darfst du ihn natürlich mit anderen teilen.

Mit liebsten Grüßen
Aileen

  • Mrs Unicorn

    So ein informativer Beitrag. Ich bekomme noch nicht soooo viele Anfragen. Und wenn, dann sind es meisten Agenturen, die vor allem einen Link von meinem Blog haben wollen. Liebe Grüße und noch eine schöne Woche. Celine

    • TheBerlinAttitude

      Liebe Celine, ja diese Linkanfragen kenne ich leider auch zu gut. Die sollte man am besten direkt ignorieren. Leider werden die Agenturen nämlich auch ziemlich pampig, wenn man sie etwas darüber aufklärt, dass die ein oder andere Vorgabe, die sie einem machen wollen, dezent daneben ist. Aber darauf komme ich im Folgebeitrag zum richtigen Pitchen nochmal zu sprechen. Ganz liebe Grüße an dich und bis bald Aileen

  • Claudia

    Danke für diesen Beitrag! Das Thema Kooperationen ist tätsächlich nicht so einfach. Ich bin dazu übergegangen, Kooperationen die in meinem Email Fach landen abzulehnen und dafür Kooperationen an denen ich wirklich interesseirt bin ,weil ich die Produkte liebe selbst anschreibe. Manchmal auch nur, um etwas vorzustellen, was ich entdeckt habe und wirklich teilenswert finde. Schöne Ostern 🐰 Claudia

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