Selbstbewusstsein kann man lernen – Dein Recht auf Liebe

Hallo!

Selbstbewusstsein kann man lernen. Selbstbewusstsein ist etwas, was von so vielen Faktoren abhängt und womit sich jeder mehrfach in seinem Leben konfrontiert sieht. Ich weiß nicht, wie oft ich in meinen (fast) 32 Jahren schon an mir gezweifelt habe, mein Selbstbewusstsein eher im Keller, als oben an der Spitze war. Das ich hingegen vollkommen zufrieden mit mir, meinem Körper, meinem Leben und mit meiner Persönlichkeit war, kann ich gekonnt an zwei Händen abzählen.

Während wir es oft anderen Menschen zu verdanken haben, dass die zerbrechliche Schale unseres Selbstbewusstseins mal wieder bröckelt, können hingegen nur wir allein uns auch wieder in die richtige Bahn lenken, uns aufraffen und bewusst machen, wie toll wir eigentlich sind.
Selbstliebe ist gemessen an all den Schönheitsidealen, den Oberflächlichkeiten und dem ständigen Leistungsdruck, den man uns auferlegt und dem wir uns auch problemlos unterwerfen, eine echte Herausforderung.
Wer nicht von Kindertagen an zu einem selbstbewussten, starken Charakter erzogen wird, der hat es nach hinten raus schwer, sich seine Position im Leben zu erarbeiten und sich von kleinen oder großen Problemen nicht unterkriegen zu lassen.

In meiner Kindheit mangelte es zwar nicht an Liebe, gewiss aber an einer optimalen Erziehung zu einem wirklich selbstbewussten, starken Menschen und so habe ich mich über Jahre hinweg gerne abhängig von anderen gemacht.
Mein persönliche Zufriedenheit, meine Selbstliebe und mein Selbstbewusstsein bestand immer irgendwie in Co-Abhängigkeit zu meinem Partner und manchmal auch zu Freunden.
Ich habe mein eigenes Glück von anderen abhängig gemacht und mich gleichzeitig durch sie zerstören lassen.
Warum? Weil ich nicht wusste, wie es anders geht – wie sich echtes Selbstbewusstsein, pure Zufriedenheit und Selbstliebe anfühlen.
Weil ich mir Unsicherheiten von falschen Partnern und Freunden einreden lassen habe und meine Selbstachtung mühsam erarbeiten musste.

 

Es hat Jahre, viele wunderbare Menschen, aber auch sehr viele schlechte Erfahrungen gebraucht, mich von diesem Muster zu lösen, mit mir selbst ins Reine zu kommen und eine besondere Beziehung zu mir aufzubauen.
Ich habe etliche Veränderungen mitgemacht, mich ganz oben und dann wieder ganz unten erlebt.
Ich habe mich jedes Mal vom Boden hoch gekämpft und viele Hürden genommen, vor denen andere umgekehrt sind. Ich kann heute auf Fehler zurückblicken, die ich gerne ungeschehen machen würde, auf die ich nicht stolz bin und die bis heute an mir arbeiten.
Und gleichzeitig kann ich auf mich genau auf diese Fehler besinnen, denn sie haben mich mutiger, reifer und eben auch ein ganzes Stück selbstbewusster werden lassen.
Ich habe mich zu einer Frau entwickelt, die sich nicht an einen Mann bindet, um von ihm abhängig zu sein, von seinem Geld oder seiner Liebe zu leben. Die sich nicht von einem Partner diktieren lässt, wie glücklich sie ist und was sie kann.
Alles, was ich bis zum heutigen Tage erreicht habe, habe ich allein geschafft und entgegen aller Missgunst und den negativen Meinungen über meine Wünsche und Träume, meine Ziele und Bemühungen, bin ich an einen Punkt gelangt, an dem ich genau weiß, was ich will und was ich nicht will – in jeder Hinsicht.

So traurig es klingt, habe ich selbst in der eigenen Familie und unter Freunden Menschen, die mich für das, was ich tue, belächeln, kein Verständnis für meine Arbeit haben, die in ihren Augen keine Arbeit ist, weil das alles irgendwie online stattfindet und ich kein Studium dafür abgeschlossen habe und die mich mit dummen Witzen immer wieder aus der Reserve locken wollen.
Ich habe gelernt, solche Sachen an mir abprallen zu lassen. Ich weiß, was ich hier jeden Tag als Single Mom mit Vollzeitjob in der PR, mit Blog, Haushalt, Kind und Hund leiste und das ohne jegliche finanzielle Unterstützung durch Staat oder sonst wen.
Nein, ich jammere nicht. Ich arbeite stattdessen härter als andere an meinen Zielen und Träumen. Ganz allein, weil ich das so möchte und ICH das KANN!
Ich bin über so viele Jahre immer wieder wie Phoenix aus der Asche gekrochen, jedes Mal nur noch schöner, selbstbewusster und stärker als zuvor und mit jedem neuen Kniefall freue ich mich über die neue Erkenntnis, die mir die Wunde am Knie einbringt.
Ich fühle mich nicht mehr klein und schwach, nicht mehr ängstlich und schon gar nicht unterdrückt.


Ich habe es nicht nötig, Menschen mehr Aufmerksamkeit zu schenken, als notwendig, wenn ich merke, dass ihnen meine Aufmerksamkeit nichts bedeutet.

Ich habe gelernt, bestimmten Menschen problemlos den Rücken zuzudrehen und ihre negative Meinung über meine Lebensentscheidungen und meine Denkweise nicht in mein Herz zu lassen.
Dieses mühsam erarbeitete Selbstbewusstsein hat mir auch in Sachen Sexualität ganz neue Wege eröffnet und ich betrachte meine eigenen Sexualität und meine positive Selbstwahrnehmung auf einer ganz anderen Ebene als noch vor wenigen Jahren.
Während ich mich früher schnell unattraktiv fühlte, kann ich mich heute im Spiegel ansehen und finde mich, bis auf ein paar kleine Makel hier und da, ziemlich dufte und sexy.
Ich glaube, dass es gar nicht meine äußere Erscheinung, sondern vielmehr mein starkes Selbstbewusstsein ist, was mich positiver auf mich blicken lässt und mir dieses sexy Gefühl gibt.
Und ja ich bin überzeugt, dass andere (vor allem Männer) dieses Selbstbewusstsein spüren können.

Mir wurde neulich, als wir in einem gemischten Kreis aus Freunden über Tinder debattierten, gesagt, ich wäre den Männern vielleicht zu selbstbewusst und wüsste einfach zu sehr, was ich will. Damit seien Männer überfordert.

Stimmt das? Gibt es ein zu selbstbewusst? Wir reden hier nicht von Arroganz, sondern von Selbstbewusstsein, ein an sich glauben und für seine Ziele arbeiten.
Kann man davon zu viel haben? Kann es andere, zukünftige Partner verschrecken, wenn man eine gestandene Persönlichkeit ist? Kann es falsch sein, eine Frau vor sich zu haben, die ganz genau weiß, wer sie ist, was sie kann und was sie will?
Früher habe ich mich klein machen lassen, heute positioniere ich mich ganz klar in meiner Rolle als Frau, in der ich gesehen werden möchte.

Ich warte mit jeder Menge Liebe, Ehrlichkeit und eben auch viel Selbstbewusstsein. Daran ist nichts falsch, nichts zu viel.
Ich glaube, dass Männer es vielleicht einfach nur nicht gewohnt sind, dass Frauen so selbstbewusst mit sich, mit ihrem Körper, ihrer Sexualität und ihrem ganzen Leben umgehen können, dass sie sich nicht in Abhängigkeit stellen und keinen Heiratsantrag wollen. Dass sie Wünsche und Neigungen klar äußern und sich das holen, wonach ihnen der Sinn steht.
Daran, dass Männer dies nicht gewohnt sind, ist tatsächlich etwas falsch.

Weder wir Frauen, noch die Männer müssen sich verstecken, sich klein und schlecht fühlen.
Wir haben das große Glück, in einer Gesellschaft groß zu werden, in der wir weites gehend selbst bestimmen, wohin unsere persönliche Reise geht und können uns selbst zu dem Menschen formen, der wir sein wollen.
Wir können experimentieren, uns austauschen, uns immer wieder neu entdecken und erfinden und mit jeder noch so kleinen Erfahrung ausloten, was wir wollen und was wir nicht wollen.
Wir können unsere eigenen Grenzen stecken, sie verschieben und individualisieren. Es gibt keine Standardnormen, keine festen Regeln für Partnerschaften und Sexualität. Wir sind unabhängig und haben jedes Recht unsere Form der Liebe auszuleben.
Wir haben heute nie geahnte sexuelle Freiheiten in Form von Swingerläden, Tinder oder Clubs wie dem Berliner Berghain.
Ein großartiges Geschenk. Jeder kann sich seine Erfahrungen da holen und sie so ausleben, wie er oder sie es möchte.
Zumindest in der Theorie muss sich niemand mehr schämen und gerade wir Frauen können unsere sexuellen Wünsche äußern und unsere eigene Lust feiern.
Ich bin dankbar, für jeden Mann und jede Frau, die mich in meinen Beziehungen oder sexuellen Erfahrungen bereichert haben. Ganz egal ob positiv oder negativ.
Ich bin dankbar, dass Sex und Selbstbefriedigung, die eigene und gemeinsame Lust keine Tabuthemen mehr sein müssen, dass Frauen keine Schlampen mehr sind, weil sie ihren sexuellen Horizont erweitern und dass wir so offen, wie nie zu vor mit der eigenen Freiheit und unserer Lust umgehen können.

Selbstbewusstsein kann man lernen.
Selbstbewusstsein fängt mit Selbstliebe an und hört mit Dankbarkeit auf.

#OrgasmIsAHumanRight

Heißt die Kampagne der Marke www.Womanizer.com, die mich zu diesem Beitrag anregte.
Nein, das ist diesem Fall keine Kooperation, keine Werbung und keine bezahlte Meinung.
Sondern eine Botschaft, die mich auf meine letzten Jahre und meine Erfahrungen verwiesen hat. Mich darüber nachdenken ließ, welche Stationen und welche Begegnungen mich geformt haben und warum ich gerade in Sachen Sexualität so gereift bin und mich selbst so akzeptieren kann.
Mein Körper gehört allein mir, ich genieße ihn und gebe ihm das, was sich für mich richtig und gut anfühlt.

Ich wünsche mir noch mehr Aufklärung, noch mehr Selbstbewusstsein in den Köpfen der Frauen (und Männer), noch mehr Mut sich selbst zu entdecken, sich selbst zu lieben und sich selbst zu dem zu formen, der man sein möchte.
Ich wünsche mir, dass wir endlich selbstbewusst genug sind, uns außerhalb unserer stillen Kämmerlein und den Klischees zu bewegen, uns mit genau solchen Themen zu beschäftigen, Sexualität und Selbstbefriedigung nicht allein den „Schmuddelblogs“ zu überlassen, sondern sie da zu platzieren, wo sie hingehören: in unseren Alltag.

Auch wenn einigen hier nur einen gekonnten Werbeslogan vermuten, so betrachte ich dahinter auch ein großes Ganzes.
Eine Mission.
Den fundierten Ansatz, dass Selbstbefriedigung, vor allem bei Frauen, zu einer positiveren Selbstwahrnehmung und einer gesunden Lebenseinstellung führt. Die Erkenntnis, dass wir in so vielen Belangen, noch so viel mehr an Aufklärung vertragen könnten ohne die Hände empört nach oben reißen zu müssen und das man sich für so manches Recht stark machen kann.

Ich bin der festen Überzeugung, dass Selbstbewusstsein und Selbstliebe eine Partnerschaft und eine erfüllte Sexualität erst perfekt machen können. Je mehr ich mich selbst liebe, desto stärker kann ich mich in meiner Beziehung behaupten, desto mehr kann ich geliebt werden und mich auch lieben lassen.

Liebe dich selbst, emotional wie physisch und erlebe den Höhepunkt in deinem Leben, den du verdient hast:
Deine innere Zufriedenheit!

 

With love, Aileen

 

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