Narzissmus oder doch nur eine gesunde Selbstliebe?

 Hallo!

Weißt du, was mein Leben in den letzten zwei Jahren einschlägig verändert hat?
Auf mich zu hören und nicht auf andere. Mich nicht daran zu orientieren, was andere zu meinen Entscheidungen, Einstellungen und meinem Verhalten sagen könnten.

Ich weiß, dass sich mein Leben nach außen hin für den Betrachter deutlich gewandelt hat und ein Stück weit lässt sich dies auch bestätigen, aber eigentlich hat sich nur eines geändert:
Nämlich mein Fokus auf mich selbst.

Ich habe Entscheidungen getroffen, sowie zB. die Trennung vom Vater meiner Tochter, die alles andere als leicht, aber dafür enorm wichtig für mich selbst waren und die ich keineswegs bereue.

Sich trennen, einen neuen beruflichen Weg zu gehen, Sicherheiten aufzugeben und seine eigenen Prioritäten durchzudrücken, vor allem bei sich selbst, erfordert eine gehörige Portion Mut und Ausdauer. Es erfordert Selbstbewusstsein und eine gesunde Selbstreflektion wenn man erkennen möchte, an welchem Meilenstein man sich aktuell befindet und wie der nächste Schritt aussehen soll.

Ich arbeite nicht an großen Zielen, ich arbeite ausschließlich an mir selbst und daran, zu erkennen, wer ich bin oder was ich machen möchte. Peu a Peu.
Für mich haben sich dadurch gerade in den letzten zwei Jahren wichtige Dinge herauskristallisiert, die mich teilweise mein ganzes Dasein in Frage stellen ließen.

Mehrfach war ich daher auch kurz davor, mein Blog komplett zu löschen, alles hinzuschmeißen, weil sich das alles nicht mehr echt angefühlt hat – nicht nach mir.

Sich selbst finden setzt voraus, dass man sich ausgiebig mit sich selbst beschäftigt und das stößt vielleicht hier und da auf Unverständnis, weil das im Umkehrschluss auch bedeutet, dass man andere(s) dafür vernachlässigt.
Ich weiß, ich habe einigen Menschen vor den Kopf gestoßen, sie hinten angestellt und mich viel mehr in den Fokus genommen.
Gut so!
Denn heute bin ich so viel näher an mir selbst, muss mich nicht mit anderen messen, möchte nicht „höher, schneller, weiter“, sondern einfach nur intensiver.

„Ich möchte intensiv ICH sein und niemand anderes. Ohne Rücksicht auf Verluste. „

Narzissmus? Keineswegs. Nur eine gesunde Einstellung zum Leben sage ich.
Denn glücklich ist, wer sich selbst lieben und akzeptieren kann. Wer sich selbst liebt, ist kein Narzisst, sondern in meinen Augen ein ziemlich gesunder Mensch, der verstanden hat, dass man erst sich selbst liebt, bevor man andere liebt.

So oft höre oder lese ich verachtende Kommentare über zu viel Selbstdarstellung auf Social Media Plattformen, über Selbstverliebtheit, Arroganz und Aufmerksamkeitsdefiziten, die man auf Instagram und den eigenen Blogs versucht zu kompensieren.
Aber was genau ist jetzt falsch an Selbstdarstellung und Selbstliebe?
Warum dürfen wir uns nicht ab und zu oder sogar ziemlich regelmäßig selbst feiern?
Sein wir doch lieber stolz auf uns selbst und zeigen der Welt ein Grinsen, als durchzogen zu sein von Selbstzweifeln und Frust.
Lieben wir doch mal uns selbst, statt immer nur dir anderen.

Du wirst bemerkt haben, dass sich meine Veränderung auf mein Blog besonders im letzten Jahr deutlich wiedergespielt hat.
Hier geht es nicht mehr ums Nähen, DIY oder gar um meine Tochter.
Hier geht es um Mich.

Dir wird nicht entgangen sein, dass mein Blog nun ein ganz anderes ist, als noch im letzten Jahr und dass sich meine Art mit dir zu reden komplett verändert hat.
Nicht jedem schmeckt diese Veränderung gleichermaßen, nicht jeder akzeptiert meine neue Offenheit und meinen Mut mich mit (für den ein oder anderen) fragwürdigeren Themen auseinanderzusetzen.

Ich habe selbstverständlich sehr viel Kritik einstecken müssen.
Meine Klickzahlen sind massiv eingebrochen, auf Instagram sind viele meiner langjährigen Follower gegangen und die ein oder andere Blogger Kollegin meldet sich lieber nicht mehr bei mir.

Anfangs schmerzte es, dass man mich nicht so akzeptieren würde, wie ich nunmal bin.
Keine Mutter mit geregeltem Tagesabläufen, mit Haus und Mann oder mit einem „normalen“ Job und den Kaffeekränzchen mit den Freundinnen, von denen ich dann auf Instagram eine schön gedeckte Kaffeetafel präsentieren kann.

Nein. Ich bin eine Mutter, die ihr Leben in der kinderfreien Woche sehr wohl zu genießen weiß.
Ich trinke, statt Kaffee, gerne Gin und Wein und höre lieber deepen Techno, statt Rihanna. Ich gehe Sonntag nachmittags lieber ins Berghain, als im Park spazieren und mache keinen Hehl daraus, dass mich Frauen mindestens genauso anziehen wie Männer.
Ich wohne nicht allein, sondern habe einen kleinen italienischen DJ – Mitbewohner und philosophiere lieber über Tinder, Sex und die Liebe statt über Schnittmuster Trends oder angesagtes Kinderspielzeug.

Ich bin keine Vorzeige – Mutter – Bloggerin – Frau – oder sonst irgendwas.
Ich bin ganz einfach ich. Ich liebe mich selbst. Ich finde mich schön und sexy. Ich mag mein Leben (auch wenn es deutlich mehr Reisen beinhalten dürfte) und ich liebe meine Einstellung zu den Dingen und der Liebe.
Ich mag es mich zu präsentieren, Fotos zu machen oder mich selbst vor die Kamera zu stellen.

Ich erwarte keineswegs, dass mein Umfeld mich genauso liebt, wie ich mich selbst.
Ich erwarte auch nicht, dass jeder alle meine Ein- und Vorstellungen teilt oder gar unterstützt.

Deshalb stört es mich heute auch nicht mehr, wenn sich meine alten Leser(innen) von mir verabschieden.
Was im Übrigen nicht heißt, dass sie mir egal sind, aber ich möchte, dass man sich hier aufhält, weil man sich wohl an meiner Seite fühlt. Weil man sich für die Dinge, die ich zu sagen habe interessiert und weil man mich nicht genau dafür verurteilen möchte.

Ich weiß es zu schätzen, dass man mir mit sehr viel Respekt entgegnet und sich nirgendwo ein Hater-Kommentar finden lässt.
Ich weiß es zu schätzen, dass man sich lieber still und leise verabschiedet, statt mich in meinem Sein beeinflussen oder gar beleidigen zu wollen.

Wenn du mich als Narzisstin bezeichnen möchtest, weil ich mich liebe für das was ich bin und wofür ich stehe, dann trage ich diesen Stempel mit Stolz.

Mir geht es nicht darum, dir zu gefallen, mir geht es nicht darum irgendwem zu gefallen.
Ich möchte mir gefallen.
Denn ich sehe nicht dich jeden Morgen im Spiegel. Ich schlage mich nicht mit deinen Alltagsproblemen rum. Ich lege mich nicht mit dir abends ins Bett und gehe auch nicht mit dir den Bund fürs Leben ein.
Das tue ich ausschließlich mit mir.

„Die einzige Liebe, die für immer halten muss, ist die Liebe zu dir selbst.“

Ich lasse mir nicht Egoismus oder Arroganz vorwerfen, wenn alles was ich besitze eine gesunde Selbstliebe ist.
Wenn alles, was ich tue, nur dem entspricht, wer ich bin und nicht dem, was ich als brave Mami zu sein habe.
Ich möchte in keine Schublade passen, keinem Muster und bloß keinen Erwartungen entsprechen.
Vielleicht möchte ich Vorbild sein, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen.
Vielleicht möchte ich dich inspirieren und dir neue Denkwege eröffnen.
Vielleicht möchte ich dich zu mehr Offenheit und Akzeptanz von anderen, vor allem aber dir selbst ermutigen.
Vielleicht möchte ich, dass du dich und mich mehr hinterfragst.
Dass du dich deinen eigenen Ängsten stellst und in deine Entscheidungen vertraust.
Vielleicht möchte ich, dass du einfach glücklich bist, weil du der Mensch bist, der du sein willst.
Zum Thema Selbstliebe und Erwartungen habe ich in anderen Kolumnen schon etwas geschrieben und viel Feedback dafür erhalten.
Früher waren Emails und Kommentare gefüllt mit Sätzen wie „Oh das hast du echt toll genäht!“ oder
„Das steht dir super“ .
Wenn man heute auf meine Beiträge reagiert, dann sind Kommentare, Mails und Nachrichten sehr persönlich gehalten, berichten von privaten Erfahrungen und ich erhalte sehr viel Dank dafür, dass ich jemanden in diesem Moment mit den richtigen Worten erreiche.
Ich bin ehrlich, wenn ich dir sage, dass ich liebe nur ein Kommentar mit persönlicher Geschichte und Danksagung erhalte, als zehn mit einer eigentlich doch sehr oberflächlichen Aussage.
Lieber habe ich nur noch die Hälfte meiner Seitenklicks von interessierten Lesern, die sich mit mir und meiner Meinung auseinandersetzen und die ich allein durch meine Persönlichkeit erreiche, als hohe Zahlen erreicht durch Linkpartys.
Ich liebe mich. Ich liebe mich für was ich stehe. Ich liebe ganz und nie nur ein bisschen.
Ich liebe es, das auch zu zeigen.
Ich präsentiere mich und meine Persönlichkeit lieber, als meine materiellen Errungenschaften.
Ich lasse mir lieber Narzissmus und Arroganz vorwerfen, als endlosen Konsum und Oberflächlichkeit.
Ich stehe zu meiner Meinung, meinen Präferenzen und meiner vielleicht nicht ganz gesellschaftlich korrekten Lebensweise.
Ich stehe ganz einfach zu mir selbst.  Und du solltest das auch tun!Feiere dich selbst und zeige der Welt da draußen, dass du dich selbst mehr liebst, als andere ihr neues Paar Schuhe.
Sei Narzisst, sei Egoist, sei selbstverliebt, sei mutig, sei stolz, sei selbstbewusst, sei einfach du selbst und versuche nicht irgendjemandem da draußen zu gefallen.

„Just love yourself a way more than necessary.“
Was bedeutet Selbstliebe für dich und wie wichtig ist sie dir? 
Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen.
Wenn dich mehr meiner Kolumnen interessieren, schau mal hier oder einfach jeden Freitag vorbei, denn da erscheint immer eine neue. 😉
LIEBST DEINE
AILEEN
Wenn du magst, pinne mich auf Pinterest 🙂
DANKE

  • Mrs Unicorn

    So ein schöner Beitrag. Und vor allem eine gesunde und richtige Einstellung! Für das eigene Glück ist man immer selber verantwortlich und das fängt mit der Liebe zu sich selber an. Ich kümmere mich immer noch zu wenig um mich selber, aber ich arbeite dran.

    Viele Grüße und eine fantastische Woche.
    Celine von http://mrsunicorn.de

Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.